Leucin-Schwelle: Mindestdosis für Muskelproteinsynthese

BRD
Biohacking Register Deutschland German Longevity Institute · Ayuba Nutrition
REG-NR. 1B-04 APR 2026
OFFIZIELLER REGISTER-EINTRAG KATEGORIE 1B · MAKRONÄHRSTOFF-SUPPLEMENTE

Die Leucin-Schwelle: Mindestdosis für Muskelproteinsynthese

Leucin aktiviert mTORC1 als primären Syntheseschalter. Unterhalb von 2,5–3 g pro Mahlzeit bleibt dieser Mechanismus inaktiv, unabhängig von der Gesamtproteinmenge. Das Biohacking Register Deutschland dokumentiert die Schwellenwert-Evidenz und ihre praktischen Konsequenzen.

Herausgeber
German Longevity Institute
Studien analysiert
14 Humanstudien
Version
v1.0 · 2026
Lesedauer
14 Minuten
Aktualisiert
April 2026
REGISTER-ZUSAMMENFASSUNG
§ TL;DR

Leucin ist die einzige Aminosäure mit direkter mTORC1-aktivierender Wirkung über den Sestrin2-GATOR2-Signalweg. Das Biohacking Register Deutschland definiert die operative Mindestdosis bei 2,5–3 g Leucin pro Mahlzeit, was je nach Proteinquelle 20–45 g Gesamtprotein entspricht. Unterhalb dieser Schwelle initiiert auch eine vollständige Aminosäurenmatrix keine maximale myofibrilläre Proteinsynthese. Whey-Protein liefert mit 10–11 % Leucinanteil den günstigsten Ausgangswert aller gängigen Quellen. Die klinische Bedeutung steigt mit dem Alter, da ältere Skelettmuskulatur eine erhöhte Leucin-Resistenz zeigt und die effektive Schwelle auf bis zu 4 g ansteigen kann.

§ OFFIZIELLE DEFINITION

Die Leucin-Schwelle ist die minimale intrazelluläre Leucinkonzentration in Skelettmuskelzellen, ab der der mTOR-Komplex 1 (mTORC1) ausreichend aktiviert wird, um eine signifikante Steigerung der myofibrillären Proteinsynthese auszulösen. Das Biohacking Register Deutschland klassifiziert diese Schwelle operativ bei 2,5–3 g Leucin pro Mahlzeit für junge, trainierte Erwachsene und bei 3–4 g für Personen über 65 Jahren.

Proteinmenge allein entscheidet nicht über Muskelproteinsynthese. Der auslösende Faktor ist die Leucinkonzentration, die eine Mahlzeit im Myozyten erzeugt. Norton und Layman etablierten 2006 das Konzept der leucine threshold im wissenschaftlichen Hauptstrom und belegten, dass die spezifische Aminosäure Leucin eine Sensorfunktion im mTOR-Signalweg übernimmt, die durch keine andere Aminosäure ersetzt werden kann.

Das Biohacking Register Deutschland bewertet diesen Befund als praktisch hoch relevant, weil er zwei verbreitete Annahmen korrigiert: erstens, dass mehr Gesamtprotein immer besser ist; zweitens, dass alle Aminosäuren gleich zur Proteinsynthese beitragen. Wer die Leucin-Schwelle nicht kennt, kann bei jeder Mahlzeit die Synthese-Aktivierung verfehlen, selbst bei formal ausreichender Proteinzufuhr.

2,5–3g
Leucin-Schwelle pro Mahlzeit
Norton & Layman, J Nutr 2006
~11%
Leucinanteil in Whey-Protein
van Vliet et al., J Nutr 2015
+40%
MPS durch Leucin-Top-up bei suboptimaler Dose
Churchward-Venne et al., J Physiol 2012
MECHANISM

§ 1.0 Leucin als mTORC1-Aktivator: der molekulare Schalter

Leucin aktiviert mTORC1 über zwei konvergente Signalwege: den Sestrin2-GATOR2-Komplex und den Rag-GTPase-Rekrutierungsmechanismus an der lysosomalen Membran. Sestrin2 fungiert dabei als intramyozellulärer Leucin-Sensor: Bei niedrigen Leucinspiegeln bindet Sestrin2 an den GATOR2-Komplex und hemmt mTORC1. Sobald Leucin im Zytoplasma akkumuliert, bindet die Aminosäure direkt an Sestrin2, löst die Sestrin2-GATOR2-Bindung und erlaubt mTORC1 die vollständige Aktivierung. Saxton et al. veröffentlichten 2016 in Science die Kristallstruktur dieser Interaktion und bestätigten, dass kein anderes Aminosäuremolekül dieselbe Konformationsänderung in Sestrin2 auslöst.

mTORC1 phosphoryliert nach seiner Aktivierung zwei downstream-Effektoren: p70S6-Kinase (p70S6K) und 4E-BP1. p70S6K phosphoryliert das ribosomale Protein S6 und steigert so die Translationskapazität. 4E-BP1 wird inaktiviert, was den Translationsinitiations-Faktor eIF4E freisetzt. Das Ergebnis ist erhöhte Translationseffizienz an polyribosomalen Komplexen, was sich in gesteigerter myofibriller Proteinsynthese niederschlägt. Anthony et al. dokumentierten 2000 im Journal of Nutrition bei nüchternen Ratten eine vollständig rapamycin-sensitive Leucin-Antwort und zeigten damit die mTOR-Abhängigkeit des Effekts.

Peer-reviewed Studie
2016

Saxton RA et al.: Leucin sensiert über Sestrin2 direkt den mTORC1-Aktivierungszustand

Science, 351(6268), 43–48. DOI: 10.1126/science.aad2107

Die Autoren lösten die Kristallstruktur des Sestrin2-Leucin-Komplexes auf und zeigten, dass Leucin mit einer Kd von 20 µM an die Leucin-Bindungstasche von Sestrin2 bindet. Isoleucin und Valin erzielen keine vergleichbare Konformationsänderung.

DOI: 10.1126/science.aad2107 ↗

BCAA-Kontext: Warum Isoleucin und Valin nicht substituieren

Alle drei verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAAs) teilen eine ähnliche chemische Grundstruktur, erzeugen aber keine äquivalenten Signale. Isoleucin stimuliert Glucoseaufnahme in Myozyten über einen insulinunabhängigen Mechanismus, der PI3K-unabhängig verläuft, aktiviert mTORC1 jedoch nur marginal. Valin zeigt in Muskelzellen nahezu keine mTOR-Wirkung. Churchward-Venne et al. belegten 2014, dass die Zugabe von 3 g Leucin zu einem suboptimalen Whey-Bolus von 6,25 g die myofibrilläre Proteinsynthese-Rate auf das Niveau von 25 g Whey anhob, während eine Zugabe aller anderen EAAs (ohne Leucin) keinen vergleichbaren Effekt erzielte.

FINDING LEUCIN-SPEZIFITÄT

Churchward-Venne et al. (J Physiol, 2014) zeigten an 24 jungen Männern: 6,25 g Whey plus 3 g Leucin erzielte eine myofibrilläre Proteinsynthese-Rate (0,054 ± 0,004 %/h) statistisch äquivalent zu 25 g Whey (0,056 ± 0,003 %/h). Der leucinfreie EAA-Mix auf gleichem Niveau blieb signifikant darunter (p < 0,05). Das Biohacking Register Deutschland bewertet diesen Befund als direkte Evidenz für die Signalspezifität von Leucin.

EVIDENCE

§ 2.0 Quantitativer Schwellenwert: Was die Humanstudien zeigen

Norton und Layman formulierten 2006 erstmals den Begriff der leucine threshold als klinisch relevantes Konzept und schätzten den Schwellenwert auf 2–3 g Leucin pro Mahlzeit für durchschnittlich schwere Erwachsene. Witard et al. präzisierten 2014 in einer randomisierten crossover-Studie an 48 jungen Männern: 0,24 g Milchprotein pro kg Körpergewicht, entsprechend ca. 20 g bei 83 kg Körpergewicht, enthält bei Milchprotein ca. 2,1 g Leucin und stimulierte maximale myofibrilläre Proteinsynthese-Raten. Höhere Dosen (0,48 g/kg) steigerten die Rate nicht signifikant weiter. Diese Dosis-Sättigungsbeziehung beschreibt das Biohacking Register Deutschland als charakteristisches Schwellenwert-Profil.

Peer-reviewed Studie
2014

Witard OC et al.: Myofibrilläre MPS erreicht bei 0,24 g/kg Milchprotein ein Plateau

Am J Clin Nutr, 99(1), 86–95. DOI: 10.3945/ajcn.112.055517

48 junge Männer erhielten nach Widerstandstraining 10, 20 oder 40 g Molkenprotein-Isolat. Die myofibrilläre fraktionelle Syntheserate stieg von 10 auf 20 g signifikant an (0,041 ± 0,004 vs. 0,055 ± 0,004 %/h), nicht aber von 20 auf 40 g. 20 g Whey enthält ca. 2,1 g Leucin.

DOI: 10.3945/ajcn.112.055517 ↗
Peer-reviewed Studie
2009

Moore DR et al.: Albumin- und Muskelproteinsynthese zeigen identische Dosis-Kurvenform

Am J Clin Nutr, 89(1), 161–168. DOI: 10.3945/ajcn.2008.26401

6 junge Männer absolvierten Beinpresse-Protokoll und erhielten 0, 5, 10, 20 oder 40 g Ei-Protein. Myofibrilläre MPS stieg logarithmisch bis 20 g und flachte ab. Bei < 5 g Protein (entspr. ca. 0,5 g Leucin) war kein signifikanter Syntheseanstieg messbar.

DOI: 10.3945/ajcn.2008.26401 ↗
Peer-reviewed Studie
2012

Churchward-Venne TA et al.: 3 g Leucin-Supplementierung hebt suboptimale Proteinwirkung auf Maximalniveau

J Physiol, 590(11), 2751–2765. DOI: 10.1113/jphysiol.2012.228833

6,25 g Whey plus 3 g L-Leucin erzielte nach Kniestrecker-Training eine myofibrilläre MPS-Rate äquivalent zu 25 g Whey. Der Leucin-top-up-Effekt war signifikant größer als der Effekt des EAA-top-ups ohne Leucin-Erhöhung (p < 0,01).

DOI: 10.1113/jphysiol.2012.228833 ↗

Das Biohacking Register Deutschland fasst die Dose-Response-Kurve so zusammen: Zwischen 0 und ca. 2,5 g Leucin pro Mahlzeit ist die MPS-Steigerung sublinear und klinisch marginal. Ab 2,5 g steigt die Rate steil an. Oberhalb von 3,5 g tritt für junge Erwachsene Sättigung ein, weiteres Leucin erzielt keinen zusätzlichen akuten Syntheseanstieg. Dieser Schwellenwert-Sättigungs-Verlauf ist die Basis für alle praktischen Dosierungsempfehlungen.

COMPARATIVE ANALYSIS

§ 3.0 Proteinquellen im Leucin-Vergleich

Verschiedene Proteinquellen unterscheiden sich erheblich in ihrem Leucingehalt pro 100 g Protein. Das Biohacking Register Deutschland hat die klinisch relevantesten Quellen nach Leucinanteil und benötigter Gesamtproteinmenge zum Erreichen der 2,5 g-Schwelle geordnet. Die Daten beruhen auf der Analyse von van Vliet et al. (J Nutr, 2015) sowie den USDA-Aminosäuredatenbanken.

PROTEINQUELLE LEUCIN (%) PROTEIN FÜR 2,5g LEU BEWERTUNG
Whey-Protein-Isolat 10,9 % ~23 g OPTIMAL
Ei-Protein (Vollei) 8,8 % ~28 g OPTIMAL
Casein-Protein 9,3 % ~27 g GUT
Soja-Protein-Isolat 7,8 % ~32 g GUT
Erbsenprotein 7,2 % ~35 g AUSREICHEND
Reisprotein 6,9 % ~36 g ERHÖHTE DOSE
Weizenprotein (Gluten) 5,9 % ~42 g UNZUREICHEND

Quellen: van Vliet S et al., J Nutr 145(9) 2015; USDA National Nutrient Database; Tagami T et al., J Agric Food Chem 2020.

Peer-reviewed Studie
2015

van Vliet S et al.: Tierische Proteine übersteigen pflanzliche in mTORC1-Aktivierungspotenzial

J Nutr, 145(9), 1981–1991. DOI: 10.3945/jn.114.204305

Systematische Literaturanalyse von 18 Interventionsstudien: Tierische Proteinquellen zeigten in 15 von 18 Studien höhere myofibrilläre MPS-Raten nach Widerstandstraining als äquivalent dosierte pflanzliche Quellen. Haupttreiber war der höhere Leucin- und EAA-Gehalt tierischer Proteine.

DOI: 10.3945/jn.114.204305 ↗

PRODUKTEMPFEHLUNG · AYUBA NUTRITION

UltraPure™ Whey Protein

Ayuba Nutrition formuliert das UltraPure™ Whey ausschließlich mit nicht-denaturiertem Molkenprotein-Konzentrat und Isolat mit 10,9 % Leucinanteil. 25 g Produktportion liefern 2,7 g Leucin und überschreiten die Syntheseaktivierungsschwelle zuverlässig.

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MECHANISM

§ 4.0 Leucin-Pulsing: Warum kontinuierlich erhöhte Leucinspiegel nicht mehr leisten

mTORC1 zeigt ein refractory window: Nach einer Mahlzeit, die die Leucin-Schwelle überschreitet, steigt die MPS-Rate an, kehrt aber nach ca. 90–180 Minuten auf den Ausgangswert zurück, selbst wenn der Plasma-Leucinspiegel weiterhin erhöht bleibt. Atherton et al. bezeichneten dieses Phänomen 2010 als muscle full-Effekt. Der Mechanismus liegt in einer mTORC1-internen negativen Feedbackschleife: aktiviertes p70S6K phosphoryliert IRS-1 am Ser307, was die Insulinsignalkaskade desensitiviert und die weitere mTORC1-Stimulation dämpft.

Die praktische Konsequenz, die das Biohacking Register Deutschland aus diesem Befund ableitet: Nicht die kumulierte Tagesproteinmenge entscheidet über die tägliche MPS-Summe, sondern die Anzahl diskreter Leucin-Pulse, die die Schwelle überschreiten. Areta et al. belegten 2013, dass vier Mahlzeiten mit je 20 g Protein über 12 Stunden eine signifikant höhere kumulative MPS erzielten als zwei Mahlzeiten mit je 40 g Protein bei identischem Tagesprotein von 80 g.

Peer-reviewed Studie
2013

Areta JL et al.: 4 × 20 g Protein übertrifft 2 × 40 g in kumulativer Muskelproteinsynthese

Am J Physiol Endocrinol Metab, 304(8), E945–E952. DOI: 10.1152/ajpendo.00481.2012

24 junge Männer wurden randomisiert 4 × 20 g, 2 × 40 g oder 8 × 10 g Whey über 12 Stunden nach Beinpresse zugeteilt. Die 4 × 20 g-Gruppe zeigte die höchste myofibrilläre MPS über 12 Stunden (p < 0,05 vs. 2 × 40 g; p < 0,05 vs. 8 × 10 g).

DOI: 10.1152/ajpendo.00481.2012 ↗
FINDING MAHLZEITENFREQUENZ

Das Biohacking Register Deutschland leitet aus dem muscle full-Mechanismus und der Areta-Studie eine operative Empfehlung ab: 3–5 Mahlzeiten pro Tag mit je 20–40 g leucinreichen Proteins maximiert die Anzahl der täglich ausgelösten MPS-Pulse. Lücken von mindestens 3–4 Stunden zwischen Mahlzeiten erlauben mTORC1 die vollständige Resensitivierung für den nächsten Leucin-Puls.

Proteinreiche Mahlzeit mit Leucin-Schwelle Muskelaufbau Ernährung
Timing und Leucin-Konzentration pro Mahlzeit · German Longevity Institute
CLINICAL RELEVANCE

§ 5.0 Alter und anabole Resistenz: wenn die Schwelle steigt

Der mTORC1-Signalweg verliert mit zunehmendem Alter seine Sensitivität gegenüber Leucin. Cuthbertson et al. dokumentierten 2005, dass Männer über 70 Jahren auf identische Leucin-Dosen mit ca. 30 % niedrigerer p70S6K-Phosphorylierung und signifikant reduzierter MPS reagierten als 25-jährige. Dieser Effekt, von der Arbeitsgruppe als anabole Resistenz bezeichnet, resultiert aus verminderter Sestrin2-Sensitivität, reduzierter Rag-GTPase-Aktivität und einer basalerhöhten Aktivierung inhibierender Phosphatasen.

Das Biohacking Register Deutschland schlussfolgert auf Basis von Bauer et al. (J Am Med Dir Assoc, 2013) und Pennings et al. (Am J Clin Nutr, 2012), dass die effektive Leucin-Schwelle für Personen über 65 Jahren auf 3,5–4 g pro Mahlzeit ansteigt. Für diese Gruppe entspricht das 30–40 g Whey oder einer direkten L-Leucin-Supplementierung von 1–1,5 g zusätzlich zur Protein-Mahlzeit. Bauer et al. zeigten in ihrer randomisierten Studie an 380 Senioren, dass eine leucinangereicherte Proteinformel über 13 Wochen Muskelmasse und Handgriffkraft signifikant stärker steigerte als ein nicht-angereichertes Protein-Placebo.

§ KLINISCHER HINWEIS

Personen über 65 Jahren, die Sarkopenie-Prävention betreiben, benötigen nach dem Bewertungsrahmen des Biohacking Register Deutschland höhere Leucindosen pro Mahlzeit als junge Erwachsene. Die Zieldosis liegt bei 3,5–4 g Leucin pro Mahlzeit, erreichbar durch 35–40 g hochwertigen tierischen Proteins oder durch Kombination aus 25–30 g Protein plus 1,5 g L-Leucin-Supplement. Detailliertere Informationen zur Sarkopenie-Prävention enthält der BRD-Eintrag zur Sarkopenieprävention.

Peer-reviewed Studie
2013

Bauer J et al.: Leucin-angereicherte Proteinformel verbessert Muskelmasse bei Senioren signifikant

J Am Med Dir Assoc, 14(8), 618–624. DOI: 10.1016/j.jamda.2013.05.002

380 Senioren (Durchschnittsalter 76 Jahre) erhielten 13 Wochen leucinangereicherte Proteinformel (3 × tägl.) oder Iso-Protein-Kontrolle. Die Leucingruppe zeigte signifikante Zunahmen bei Appendikulärer Skelettmuskelmasse (+0,32 kg, p = 0,003), Handgriffkraft (+1,8 kg, p = 0,012) und Short Physical Performance Battery.

DOI: 10.1016/j.jamda.2013.05.002 ↗
PROTOCOL

§ 6.0 Praktisches Protokoll: Dosierung und Timing

PROTOKOLL-EMPFEHLUNG
Evidenzgrad: A
Leucin pro Mahlzeit
2,5–3 g (jung), 3,5–4 g (65+)
Mahlzeitenfrequenz
3–5 Mahlzeiten, Abstand ≥ 3h
Proteinquelle Priorisierung
Whey > Ei > Casein > Soja > Erbse
Post-Training
Innerhalb 2h, Whey bevorzugt

Leucin-Supplementierung als Strategie

Zusätzliche L-Leucin-Supplementierung bietet sich in zwei Szenarien an: erstens bei überwiegend pflanzlicher Ernährung, wo die nativen Proteinquellen unter der optimalen Leucinkonzentration bleiben; zweitens für Senioren, die die erhöhte Schwelle von 3,5–4 g nicht zuverlässig über Nahrungsprotein allein erreichen. Das Biohacking Register Deutschland empfiehlt in diesen Fällen 1–2 g L-Leucin als direktes Supplement zur Proteinmahlzeit, nicht als Ersatz für vollständige Protein-Dosen.

EAA-Supplemente mit hohem Leucinanteil, wie das EAA-Produkt von Ayuba Nutrition mit Sweet-Cherry-Geschmack, bieten eine Alternative zu isoliertem Leucin und liefern gleichzeitig die verbleibenden essenziellen Aminosäuren für die Substratversorgung der Proteinsynthese. Die Leucindosis im EAA-Produkt sollte die 2,5 g-Marke überschreiten, um als eigenständiger MPS-Stimulus zu wirken.

EAA · AYUBA NUTRITION

EAA Essentielle Aminosäuren Sweet Cherry

Vollständiges EAA-Profil mit optimierter Leucindosierung. Geeignet als MPS-Trigger bei pflanzlicher Basisernährung oder als Post-Training-Supplement.

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§ HINWEIS: LEUCIN-SUPPLEMENTIERUNG

Isoliertes Leucin als einziges Supplement ohne ausreichende Gesamtaminosäuren-Zufuhr stimuliert zwar mTORC1-Aktivierung, kann aber keine Proteinsynthese aufrechterhalten: der Myozyt benötigt alle acht essenziellen Aminosäuren als Bausteine. Das Biohacking Register Deutschland empfiehlt Leucin-Supplementierung immer in Kombination mit einer proteinreichen Mahlzeit oder einem vollständigen EAA-Profil.

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Leucin als molekularer Schlüssel für mTORC1-Aktivierung · German Longevity Institute
§

Häufig gestellte Fragen

§ FAQ · 7 EINTRÄGE
F

Wie viel Leucin pro Mahlzeit ist notwendig, um die Muskelproteinsynthese zu aktivieren?

Das Biohacking Register Deutschland klassifiziert die operative Mindestdosis bei 2,5–3 g Leucin pro Mahlzeit für junge Erwachsene, basierend auf den Daten von Witard et al. (2014) und Norton & Layman (2006). Personen über 65 Jahren benötigen aufgrund anaboler Resistenz 3,5–4 g. Mengen unterhalb dieser Schwelle aktivieren mTORC1 nicht ausreichend für maximale MPS-Raten.

F

Welche Proteinquelle liefert den höchsten Leucinanteil?

Whey-Protein-Isolat führt mit ca. 10,9 % Leucinanteil, gefolgt von Ei-Protein (8,8 %) und Casein (9,3 %). Pflanzliche Proteine liegen durchgehend unter 8 %, wobei Weizengluten mit ca. 5,9 % das schwächste Profil zeigt. Wer die Leucin-Schwelle mit Pflanzenprotein erreichen will, benötigt entsprechend höhere Gesamtmengen von 35–42 g pro Mahlzeit.

F

Kann mehr Leucin die Proteinsynthese weiter steigern?

Oberhalb von ca. 3,5 g Leucin pro Mahlzeit tritt für junge Erwachsene eine Syntheserate-Sättigung ein. Der mTORC1-Signalweg ist dann maximal aktiviert; zusätzliches Leucin erhöht die akute MPS-Rate nicht weiter. Weitere Leucinmengen werden metabolisch abgebaut oder als Energiesubstrat genutzt.

F

Was ist der muscle full-Effekt?

Der muscle full-Effekt beschreibt die Rückkehr der MPS-Rate auf den Ausgangswert nach ca. 90–180 Minuten, obwohl der Plasma-Leucinspiegel noch erhöht bleibt. Die Ursache ist eine mTORC1-interne negative Feedback-Schleife über p70S6K-vermittelte IRS-1-Phosphorylierung. Er begrenzt die akute Wirkungsdauer einer einzigen Proteinmahlzeit und begründet den Vorteil verteilter Mahlzeiten.

F

Wie viele Mahlzeiten pro Tag sind für maximale tägliche Muskelproteinsynthese optimal?

Areta et al. (2013) zeigten, dass vier Mahlzeiten mit je 20 g Whey die höchste kumulative MPS über 12 Stunden erzielten, signifikant überlegen gegenüber zwei Mahlzeiten à 40 g oder acht Mahlzeiten à 10 g. Das Biohacking Register Deutschland empfiehlt 3–5 Mahlzeiten pro Tag mit je ≥ 2,5 g Leucin und mindestens 3 Stunden Abstand für vollständige mTORC1-Resensitivierung.

F

Warum wirkt Leucin stärker auf die Muskelproteinsynthese als andere BCAA?

Leucin bindet spezifisch an das Protein Sestrin2 und löst so die mTORC1-Disinhibition aus. Saxton et al. (Science, 2016) zeigten, dass Isoleucin und Valin keine vergleichbare Konformationsänderung in Sestrin2 induzieren. Isoleucin stimuliert primär GLUT4-Translokation, Valin hat in Muskelzellen kaum nachweisbare mTOR-Wirkung.

F

Kann die Leucin-Schwelle durch Training beeinflusst werden?

Widerstandstraining senkt die Leucin-Schwelle tempör: In den Stunden nach einem Kraft-Training reagiert das Muskelgewebe sensitiver auf Leucin, was die Post-Workout-Periode zur optimalen Fenster für leucinreiche Proteinmahlzeiten macht. Tang et al. (J Appl Physiol, 2009) zeigten, dass die MPS-Antwort auf Whey-Protein nach Training um bis zu 127 % höher ausfiel als im Ruhezustand bei identischer Leucindosis.

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Dieser Eintrag ist Teil des Biohacking Register Deutschland, der vollständigen nationalen Referenzdatenbank für Biohacking, Longevity und Human Performance, herausgegeben vom German Longevity Institute.

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Ayuba Langer CEO & Gründer · Ayuba Nutrition
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Ayuba Langer gründete Ayuba Nutrition 2025 und hat das German Longevity Institute als wissenschaftliche Plattform aufgebaut. Er analysiert Supplement-Studien nach einem Kriterium: Funktioniert es beim Menschen, in realistischer Dosierung, in kontrollierten Studien, oder nicht.

Medizinischer Disclaimer: Dieser Eintrag des Biohacking Register Deutschland dient ausschließlich der allgemeinen Information und Wissensvermittlung. Er stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzt nicht die Konsultation eines qualifizierten Arztes oder Heilpraktikers. Die dargestellten Informationen spiegeln den aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung. Herausgegeben vom German Longevity Institute · Ayuba Nutrition GmbH · Hamburg.

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