TL;DR
Eine neue randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie (Kwon et al., 2026) im Fachjournal Nutrients zeigt: 480 mg gedämpfter Ingwer-Extrakt (GGE03) täglich über 12 Wochen reduziert Körperfettanteil, Körpergewicht, BMI, Taillenumfang sowie Triglyceride und Gesamtcholesterin signifikant gegenüber Placebo. Keine produktbezogenen Nebenwirkungen. Ingwer ist kein Wundermittel - aber die Daten sind solide.
Inhaltsverzeichnis auf einen Blick
- Ingwer - Vom Küchengewürz zum Forschungsobjekt
- Die Studie im Detail: Design, Teilnehmer und Methodik
- Ergebnisse: Körperfett, Gewicht und Blutfette
- Wie wirkt gedämpfter Ingwer-Extrakt? Die Mechanismen
- Ehrliche Einordnung: Was die Studie kann - und was nicht
- Praxis: Ingwer, Stoffwechsel und was wirklich hilft
- Fazit
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Quellen
Geschrieben von Ayuba Langer | Gründer, Ayuba Nutrition
Zuletzt geprüft: Februar 2026 | Lesezeit: ca. 5 Minuten
1. Ingwer - Vom Küchengewürz zum Forschungsobjekt
Ingwer (Zingiber officinale) gehört zu den ältesten Heilpflanzen der Menschheit. Seit über 2.000 Jahren wird die scharfe Knolle in der traditionellen Medizin eingesetzt - gegen Übelkeit, Entzündungen und Verdauungsbeschwerden. In der modernen Ernährungswissenschaft hat Ingwer längst seinen festen Platz: Die bioaktiven Inhaltsstoffe, darunter Gingerole, Shogaole und Zingerone, zeigen in Studien antioxidative, entzündungshemmende und stoffwechselregulierende Eigenschaften.
Was viele nicht wissen: Roher Ingwer hat ein Problem. Viele seiner bioaktiven Verbindungen sind chemisch instabil. Sie bauen sich bei Verarbeitung und Lagerung ab, was zu enormen Schwankungen in der Zusammensetzung und biologischen Wirksamkeit führt. Genau hier setzt ein innovativer Ansatz an: die Dampfverarbeitung von Ingwer.
Durch Hochdruck-Dampfbehandlung entsteht ein spezifischer Inhaltsstoff namens 1-Dehydro-6-Gingerdion (kurz: GD), der in rohem Ingwer kaum vorkommt. GD ist thermisch stabil, biologisch hochaktiv und hat in präklinischen Studien starke fettstoffwechselregulierende Eigenschaften gezeigt. Der daraus gewonnene standardisierte Extrakt heisst GGE03.
Im Januar 2026 wurde nun die erste randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie (RCT) zu diesem Extrakt im Peer-Reviewed Fachjournal Nutrients veröffentlicht. Wir bei Ayuba haben sie für euch gelesen und eingeordnet - evidenzbasiert, transparent und ohne Hype.
Definition
Gedämpfter Ingwer-Extrakt (GGE03) ist ein standardisierter Pflanzenextrakt aus Ingwer (Zingiber officinale), der durch ein spezielles Dampfverfahren bei 97 Grad Celsius hergestellt wird. Durch die Hitzebehandlung entsteht der thermisch stabile Bioaktivstoff 1-Dehydro-6-Gingerdion (GD), der AMPK-aktivierende, lipolytische und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt und in präklinischen Modellen den Fettstoffwechsel günstig beeinflusst.
2. Die Studie im Detail: Design, Teilnehmer und Methodik
Warum diese Studie besonders ist
In der Supplement-Welt werden tagtäglich Wunder versprochen. Deshalb ist es entscheidend, auf das Studiendesign zu schauen. Die Studie von Kwon et al. (2026) erfüllt die höchsten Standards klinischer Forschung: Sie ist randomisiert (zufällige Gruppenzuteilung), doppelblind (weder Teilnehmer noch Ärzte wussten, wer den Extrakt oder das Placebo erhielt) und placebokontrolliert. Äußerdem folgte sie den CONSORT-Richtlinien und den GCP-Standards der ICH - das bedeutet maximale methodische Transparenz.
Das Studienprotokoll wurde vorab ethisch geprüft und im Clinical Trials Registry India registriert. Das ist wichtig, weil eine vorherige Registrierung verhindert, dass Forscher im Nachhinein Endpunkte "anpassen", um bessere Ergebnisse zu präsentieren.
Studien-Steckbrief: Kwon et al., 2026
| Studientyp | Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie (RCT) |
| Journal | Nutrients (MDPI), Peer-Reviewed, Open Access |
| Veröffentlicht | 22. Januar 2026 |
| Teilnehmer | 80 übergewichtige Erwachsene (BMI 25,0-29,9), 18-60 Jahre |
| Intervention | 480 mg GGE03/Tag (2 Tabletten) vs. Placebo, 12 Wochen |
| Primärer Endpunkt | Körperfettanteil und Körperfettmasse (gemessen per DEXA) |
| Sekundäre Endpunkte | Körpergewicht, BMI, Taillen-/Hüftumfang, Blutfettwerte |
| Messmethode | DEXA (Dual-Energy X-ray Absorptiometry) - Goldstandard |
| Compliance | Durchschnittlich über 90% in beiden Gruppen |
Die Teilnehmer
Eingeschlossen wurden 80 übergewichtige Erwachsene mit einem BMI zwischen 25,0 und 29,9. Das entspricht dem WHO-Kriterium für "übergewichtig" - also nicht adipös, sondern Menschen, die ein paar Kilo zu viel auf der Waage haben. Die Teilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt: 40 Personen erhielten den Ingwer-Extrakt GGE03 (480 mg täglich), die anderen 40 ein optisch identisches Placebo.
Beide Gruppen waren zu Studienbeginn in allen relevanten Parametern vergleichbar - Geschlecht, Alter, Größe, Gewicht, BMI und Körperfettanteil unterschieden sich nicht signifikant. Das ist entscheidend, denn nur so kann man sicher sein, dass beobachtete Unterschiede am Ende tatsächlich auf den Extrakt zurückgehen.
Wichtig: Die Teilnehmer wurden ausdrücklich angewiesen, ihre üblichen Essgewohnheiten und ihr Aktivitätsniveau während der 12 Wochen beizubehalten. Und tatsächlich gab es keine signifikanten Unterschiede in Ernährung oder körperlicher Aktivität zwischen den Gruppen - die Ergebnisse sind also nicht durch Lebensstiländerungen verzerrt.
Warum DEXA wichtig ist
Ein grosser Pluspunkt dieser Studie: Die Körperzusammensetzung wurde mittels DEXA gemessen. Das ist der Goldstandard in der klinischen Forschung - deutlich präziser als Bioimpedanz-Waagen oder Hautfaltenmessungen. DEXA unterscheidet zuverlässig zwischen Knochen, Fettgewebe und Muskelmasse und liefert reproduzierbare Ergebnisse. Wenn eine Studie DEXA verwendet, können wir den Körperfett-Daten deutlich mehr vertrauen als bei weniger genauen Methoden.
3. Ergebnisse: Körperfett, Gewicht und Blutfette
Jetzt wird es spannend. Schauen wir uns die Zahlen an - ehrlich und differenziert.
Körperzusammensetzung (DEXA)
Der primäre Endpunkt - der Körperfettanteil - sank in der GGE03-Gruppe nach 12 Wochen um durchschnittlich 1,18 Prozentpunkte (p = 0,028). In der Placebo-Gruppe stieg er leicht um 0,37 Prozentpunkte. Der Unterschied zwischen den Gruppen war hochsignifikant (p = 0,009). In absoluten Zahlen beträgt die Nettodifferenz also rund 1,55 Prozentpunkte weniger Körperfett zugunsten des Ingwer-Extrakts.
Auch die Körperfettmasse ging in der GGE03-Gruppe um 2,01 lbs zurück, während sie in der Placebo-Gruppe um 0,98 lbs zunahm. Der Gruppenunterschied war statistisch signifikant (p = 0,034).
Besonders positiv: Die fettfreie Masse (Lean Body Mass) blieb in beiden Gruppen stabil. Das bedeutet: Der Gewichtsverlust kam tatsächlich aus dem Fettgewebe - nicht aus Muskelmasse oder Wasser. Das ist ein entscheidender Qualitätsmarker, denn viele Diäten und Supplements führen zu Gewichtsverlust auf Kosten der Muskulatur.
Körpergewicht und Körpermasse
Die GGE03-Gruppe verlor durchschnittlich 1,0 kg Körpergewicht (p = 0,007), während die Placebo-Gruppe 0,63 kg zunahm. Der Gruppenunterschied war mit p = 0,001 hochsignifikant. Ähnlich beim BMI: Er sank in der Ingwer-Gruppe um 0,36 Punkte, während er in der Placebo-Gruppe um 0,24 stieg (p = 0,001).
Taillen- und Hüftumfang
Hier zeigten sich ebenfalls klare Effekte. Der Taillenumfang - ein wichtiger Marker für viszerales Bauchfett und metabolisches Risiko - sank in der GGE03-Gruppe um 0,96 cm, während er in der Placebo-Gruppe um 0,55 cm zunahm (p = 0,001). Der Hüftumfang verringerte sich in der Ingwer-Gruppe um 1,13 cm, während die Placebo-Gruppe keine signifikante Veränderung zeigte (p = 0,001).
Das Taillen-Hüft-Verhältnis (WHR) änderte sich allerdings in keiner Gruppe signifikant - was darauf hindeutet, dass sich das Körperfett insgesamt reduzierte, nicht nur an einer bestimmten Stelle.
Blutfettwerte
Neben der Körperzusammensetzung wurden auch die Serum-Lipidprofile gemessen - und auch hier lieferte die Studie positive Signale.
Das Gesamtcholesterin (TC) sank in der GGE03-Gruppe leicht (-2,94 mg/dL), während es in der Placebo-Gruppe signifikant anstieg (+12,62 mg/dL). Der Gruppenunterschied war signifikant (p = 0,007). Bei den Triglyceriden zeigte sich ein ähnliches Bild: Reduktion um 11,72 mg/dL in der Ingwer-Gruppe versus minimaler Anstieg im Placebo (p = 0,043).
LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Adiponektin zeigten keine signifikanten Gruppenunterschiede. Das ist angesichts der relativ normalen Ausgangswerte und der nur 12-wöchigen Intervention nicht überraschend.
Ergebnis-Zusammenfassung: GGE03 vs. Placebo nach 12 Wochen
* p < 0,05 | ** p < 0,01 | n.s. = nicht signifikant. Alle Werte als Mittelwert der Veränderung von Baseline zu Woche 12.
Sicherheit
Während der 12-wöchigen Studie traten bei 8 Teilnehmern unerwünschte Ereignisse auf (6 in der GGE03-Gruppe, 2 in der Placebo-Gruppe). Alle waren mild und keines wurde als produktbezogen eingestuft. Kein einziges schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis trat auf. Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Blutdruck und Puls blieben in beiden Gruppen im Normalbereich.
Das deckt sich mit dem allgemeinen Sicherheitsprofil von Ingwer: Die US-amerikanische FDA stuft Ingwer als "Generally Recognized As Safe" (GRAS) ein, und frühere klinische Studien mit dem gleichen GGE03-Extrakt bei Patienten mit funktioneller Dyspepsie und leichter Arthrose zeigten ebenfalls keine klinisch relevanten Sicherheitsbedenken.
4. Wie wirkt gedämpfter Ingwer-Extrakt? Die Mechanismen
Für uns bei Ayuba reicht ein positives Studienergebnis allein nicht aus. Wir wollen verstehen, warum etwas wirkt. Die mechanistische Erklärung ist ein zentrales Qualitätsmerkmal guter Forschung.
Der Schlüssel: AMPK-Aktivierung
Der wahrscheinlich wichtigste Mechanismus ist die Aktivierung der AMP-aktivierten Proteinkinase (AMPK). AMPK ist ein zentraler Energiesensor in unseren Zellen - man kann sich dieses Enzym als eine Art "Stoffwechsel-Master-Switch" vorstellen. Wenn AMPK aktiviert wird, passiert Folgendes: Die Fettoxidation (Fettverbrennung) wird hochgefahren, die Fettneubildung (Lipogenese) wird heruntergefahren und die Glukoseaufnahme in die Zellen wird verbessert.
Präklinische Studien mit GGE03 haben gezeigt, dass der Extrakt genau diese Kaskade auslöst. Konkret führt die AMPK-Phosphorylierung zur Hemmung von Schlüsselfaktoren der Fettspeicherung, darunter SREBP-1c (reguliert die Fettbildung in der Leber), Fettsäure-Synthase (FAS) und Acetyl-CoA-Carboxylase (ACC) sowie PPARgamma (ein Hauptregulator der Fettzellbildung).
Warum gedämpft besser ist als roh
Ein entscheidender Punkt, der diese Studie von früheren Ingwer-Studien unterscheidet: Die Dampfverarbeitung verändert das Inhaltsstoffprofil fundamental. Das instabile 6-Shogaol, auf das frühere Studien standardisierten, wird dabei in das wesentlich stabilere und biologisch aktivere 1-Dehydro-6-Gingerdion (GD) umgewandelt.
Eine frühere klinische Studie von Park et al. (2020), die einen auf 6-Shogaol standardisierten gedämpften Ingwer-Extrakt verwendete, fand zwar Effekte auf Körpergewicht und BMI - aber keine signifikanten Veränderungen beim Gesamtkörperfett oder Bauchfett. Die Autoren der aktuellen Studie führen dies auf die thermolabile Natur von 6-Shogaol zurück: Es baut sich bei Extraktion und Lagerung ab, was zu inkonsistenter Wirksamkeit führt.
GD hingegen zeigt in Vergleichsstudien stärkere AMPK-aktivierende, lipolytische und entzündungshemmende Eigenschaften als 6-Shogaol. Diese chemische Stabilität dürfte ein Hauptgrund dafür sein, warum die aktuelle Studie konsistentere und breitere Effekte zeigt.
Verbesserung der Insulinsensitivität
Zusätzlich zur Fettverbrennung hat GD in präklinischen Modellen auch die Glukoseverwertung in der Skelettmuskulatur verbessert - über eine Hochregulation von IRS-1 (Insulinrezeptorsubstrat-1) und GLUT4 (Glukosetransporter Typ 4). Das deutet auf eine verbesserte periphere Insulinsensitivität hin. Äußerdem scheint GD die Insulinsekretion zu fördern, indem es KATP-Kanäle in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse schließt.
Wichtige Einordnung
Die mechanistischen Erkenntnisse stammen überwiegend aus Zell- und Tiermodellen (in vitro / in vivo präklinisch). Sie bieten eine plausible biologische Erklärung für die klinischen Ergebnisse, sind aber nicht direkt 1:1 auf den Menschen übertragbar. Die klinische Studie selbst hat keine mechanistischen Endpunkte gemessen - sie zeigt, dass es wirkt, aber die Frage nach dem exakten "Warum" im Menschen bleibt teilweise offen.
Die 7 wichtigsten Ergebnisse der GGE03-Studie auf einen Blick
- Körperfettanteil: Signifikante Reduktion um 1,18 Prozentpunkte in 12 Wochen (DEXA-gemessen, p = 0,009 vs. Placebo)
- Körpergewicht: Signifikanter Gewichtsverlust von durchschnittlich 1,0 kg (p = 0,001 vs. Placebo)
- Taillenumfang: Reduktion um knapp 1 cm - ein Marker für reduziertes viszerales Fett (p = 0,001)
- Muskelmasse erhalten: Fettfreie Masse blieb stabil - Gewichtsverlust kam aus dem Fettgewebe, nicht aus der Muskulatur
- Cholesterin gesenkt: Gesamtcholesterin und Triglyceride signifikant reduziert gegenüber Placebo
- Keine Nebenwirkungen: Kein einziges produktbezogenes unerwünschtes Ereignis in 12 Wochen
- Robustes Design: Randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert mit DEXA als Goldstandard-Messmethode
5. Ehrliche Einordnung: Was die Studie kann - und was nicht
Transparenz ist einer unserer Grundwerte bei Ayuba Nutrition. Deshalb hier eine schonungslose Analyse der Limitationen - auch wenn die Ergebnisse auf den ersten Blick beeindruckend aussehen.
Stärken der Studie
- Goldstandard-Design: RCT, doppelblind, placebokontrolliert
- DEXA als präziseste Messmethode für Körperzusammensetzung
- Hohe Compliance (über 90%) in beiden Gruppen
- Konsistente Ergebnisse über alle primären und sekundären Endpunkte
- Keine signifikanten Unterschiede in Ernährung und Aktivität
- Umfassende Sicherheitsdaten erhoben
- Vorab registriert und ethisch geprüft
Limitationen der Studie
- Kleine Stichprobe (n = 80, davon 73 in Per-Protocol-Analyse)
- Nur 12 Wochen - Langzeiteffekte unbekannt
- Einziges Studienzentrum in Indien - Generalisierbarkeit eingeschränkt
- Überwiegend männliche Teilnehmer (92%) - kaum Daten zu Frauen
- DEXA unterscheidet nicht zwischen viszeralem und subkutanem Fett
- Per-Protocol-Analyse statt Intention-to-Treat
- Interessenkonflikte: Mitautoren sind Mitarbeiter der Herstellerfirmen
- Erste klinische Studie - noch keine Replikation durch unabhängige Gruppen
Unser Take: Was bedeutet das wirklich?
Wir finden es wichtig, den Elefanten im Raum anzusprechen: Die Studie wurde teilweise von Genencell Co., Ltd. und 3H LABS Co., Ltd. mitfinanziert - Unternehmen, die den GGE03-Extrakt herstellen bzw. vertreiben. Zwei der Autoren sind Mitarbeiter dieser Firmen. Das ist in der Supplements-Forschung nicht unüblich und macht die Ergebnisse nicht automatisch ungültig - aber es erfordert erhöhte Vorsicht bei der Interpretation.
Positiv: Die Studie wurde im Peer-Review-Verfahren begutachtet, vorab registriert und methodisch sauber durchgeführt. Die Effektgrößen liegen im Bereich dessen, was Meta-Analysen von Ingwer-Supplementierung berichten (gewichtete Mittelwertdifferenzen von -0,87% bis -1,49% beim Körperfettanteil gegenüber Kontrolle). Das spricht dafür, dass die Ergebnisse zumindest im plausiblen Rahmen liegen.
Was jetzt gebraucht wird: Größere, multizentrische Studien mit längerer Laufzeit, idealerweise von unabhängigen Forschungsgruppen. Äußerdem Studien mit mehr weiblichen Teilnehmern und mit bildgebenden Verfahren wie CT oder MRT, um die Effekte auf viszerales Fett genauer zu untersuchen.
Ingwer-Extrakt im Kontext: Vergleich mit anderen Ansätzen
6. Praxis: Ingwer, Stoffwechsel und was wirklich hilft
Kann man GGE03 einfach kaufen?
Aktuell ist GGE03 als standardisierter Extrakt in Europa nicht als Einzelprodukt verbreitet erhältlich. Der Extrakt wird von der südkoreanischen Firma Genencell hergestellt und findet sich bisher hauptsächlich in Studien und in ausgewählten Märkten in Asien. Ob und wann ein in Deutschland zugelassenes Produkt mit GGE03 auf den Markt kommt, ist derzeit offen.
Was du aber tun kannst: Die allgemeine Ingwer-Forschung - nicht nur zu GGE03, sondern zu verschiedenen Ingwer-Präparaten - zeigt insgesamt ein konsistentes Muster positiver Effekte auf Körpergewicht und Blutfette. Das bedeutet: Ingwer als regelmäßiger Teil der Ernährung ist auf jeden Fall sinnvoll.
Was die Forschung über Ingwer insgesamt sagt
Zwei aktuelle Meta-Analysen (Rafieipour et al., 2024; Rjabi et al., 2025) haben die Gesamtlage für Ingwer-Supplementierung und Körpergewicht systematisch ausgewertet. Die gewichteten Mittelwertdifferenzen beim Körperfettanteil lagen zwischen -0,87% und -1,49% gegenüber Kontrolle. Das aktuelle GGE03-Ergebnis von -1,55% liegt also am oberen Ende dessen, was für Ingwer-Präparate berichtet wird - plausibel und ermutigend, aber nicht übernatürlich.
Worauf es wirklich ankommt
Kein Supplement der Welt ersetzt die Grundlagen. Das müssen wir bei Ayuba immer wieder betonen, auch wenn es nicht das ist, was die meisten hören wollen. Die drei säulen einer erfolgreichen Körperfettreduktion sind und bleiben ein moderates Kaloriendefizit (300-500 kcal/Tag reichen für die meisten), regelmäßiges Krafttraining zum Erhalt der Muskelmasse und ausreichend Schlaf und Stressmanagement.
Wenn diese Grundlagen stehen, können evidenzbasierte Supplements wie Kreatin (für Trainingsleistung und Muskelmasse), Omega-3-Fettsäuren (für Entzündungsmanagement) und möglicherweise Ingwer-Extrakte (für metabolische Unterstützung) das Gesamtbild ergänzen.
Für Anfänger
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Du optimierst auf hohem Niveau und verfolgst die Forschung aktiv? Die GGE03-Daten sind ein interessantes Signal aus der Nutritional Science. Behalte die Entwicklung im Auge - sobald replizierte Daten und zugelassene Produkte verfügbar sind, könnte AMPK-Modulation über Ingwer-Extrakte ein sinnvoller Stack-Baustein werden.
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Die Studie von Kwon et al. (2026) ist die bisher methodisch stärkste klinische Untersuchung zu gedämpftem Ingwer-Extrakt und Körperfettreduktion. Die Ergebnisse sind konsistent und statistisch signifikant: Weniger Körperfett, weniger Gewicht, kleinerer Bauchumfang und verbesserte Blutfettwerte - bei gleichzeitig erhaltenem Muskelgewebe und einem sehr guten Sicherheitsprofil.
Gleichzeitig müssen wir realistisch bleiben: Es ist eine einzelne Studie mit 80 Teilnehmern und einer Laufzeit von nur 12 Wochen. Die Effektgrößen sind real, aber moderat - wir reden hier nicht von einer Revolution, sondern von einem vielversprechenden Signal. Die Beteiligung der Herstellerfirmen erfordert unabhängige Replikation, bevor definitive Schlussfolgerungen gezogen werden können.
Für die Praxis heisst das: Ingwer bleibt ein faszinierendes Forschungsgebiet an der Schnittstelle von traditioneller Medizin und moderner Ernährungswissenschaft. Wer Körperfett reduzieren will, sollte weiterhin auf die Grundlagen setzen - Kalorienmanagement, Krafttraining, Schlaf - und evidenzbasierte Supplements wie Kreatin nutzen, deren Datenlage bereits umfassend ist.
Wir verfolgen die Entwicklung von GGE03 und ähnlichen bioaktiven Pflanzenextrakten aufmerksam und halten euch auf dem Laufenden, sobald sich die Evidenzlage verdichtet.
Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise. Bei Übergewicht oder Adipositas konsultiere bitte deinen Arzt für eine individuelle Beratung. Die in diesem Artikel besprochene Studie stellt vorläufige Forschungsergebnisse dar und begründet keine Gesundheitsversprechen für Ingwer-Produkte.
8. Häufig gestellte Fragen
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9. Quellen
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- Rafieipour N, Gharbi N, Rahimi H, et al. Ginger intervention on body weight and body composition in adults: A GRADE-assessed systematic review and dose-response meta-analysis of 27 randomized controlled trials. Nutr Rev. 2024;82:1651-1665. PubMed
- Rjabi S, Seyedhatami SS, Makhtoomi M, et al. Impact of ginger supplementation on obesity indices and Adipokine profiles in adults: A GRADE-based systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials. Complement Ther Med. 2025;94:103260. PubMed
- Park SH, Jung SJ, Choi EK, et al. The effects of steamed ginger ethanolic extract on weight and body fat loss: A randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Food Sci Biotechnol. 2020;29:265-273. PubMed
- Choi YJ, Jung JI, Lim S, et al. Steamed Ginger Extract (GGE03) Attenuates Obesity and Improves Metabolic Parameters in Association with AMPK Activation and Lipid Metabolism Regulation in High-Fat Diet-Induced Obese Mice. Int J Mol Sci. 2025;26:8950. PubMed
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- Baek HI, Shen L, Ha KC, et al. Effectiveness and safety of steamed ginger extract on mild osteoarthritis: A randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Food Funct. 2024;15:9512-9523. PubMed
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